22.06.2011

SVSP-Risikokennzahl – Praxistest bestanden

Vor einem Jahr führte der Schweizerische Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) die Value-at-Risk-Berechnung für alle an der Schweizer Börse kotierten Strukturierten Produkte ein. Gleichzeitig schuf der Verband eine Risikokommission, welche die VaR-Intervalle regelmässig überprüft. Ein Jahr später lässt sich festhalten: Die SVSP-Risikoklassifizierung hat den Praxistest bestanden.

Zürich, 22. Juni 2011. Mit der Einführung der Value-at-Risk (VaR) Berechnungen für alle gelisteten Strukturierten Produkte in der Schweiz schuf der SVSP eine Risikokommission. Die SVSPRisikokommission hat unter anderem zur Aufgabe, die VaR-Intervalle der 6 Risikoklassen jährlich in regelmässigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Ziel dieser Überprüfung ist es, die regelbasierte Berechnung der Intervallgrenzen rückwirkend kritisch zu begutachten und die Robustheit der Berechnungen sowie die Praktikabilität der Methodik zu überprüfen.

Als Basis für den regelbasierten Ansatz werden Benchmarks verwendet, deren VaR-Charakteristik eine Zuordnung zu den jeweiligen Risikoklassen zulässt. Daraus lassen sich die jeweiligen Oberund Untergrenzen der Risikoklassen bestimmen. Die Variabilität eines strukturierten Produktes innerhalb der sechs Risikoklassen soll ausschliesslich aufgrund des Marktrisikos, nicht aber durch die Anpassung der Intervalle bestimmt werden. Die auf dem VaR basierende Risikokennzahl des SVSP ermöglicht eine Abschätzung des Marktrisikos für eine Halteperiode von zehn Tagen. Der SVSP nutzt zur Kalkulation von VaR die historische Simulation.

Tiefe Volatilität stabilisiert

Aufgrund der zuletzt relativ tiefen Volatilität an den Finanzmärkten sind die VaR-Werte der Benchmarks und somit auch die daraus resultierenden VaR-Intervallgrenzen seit einiger Zeit praktisch unverändert. Interessant – aber den Erwartungen entsprechend – ist die in Phasen sinkender Märkte sichtbare Zunahme der durchschnittlichen Risikoklasse von Renditeoptimierungs-Produkten hin zur durchschnittlichen Risikoklasse der PartizipationsProdukte. Der Grund dafür liegt im steigenden Einfluss des Aktiencharakters von Renditeoptimierungs-Produkten in einem sinkenden Marktumfeld. Im Gegensatz dazu nimmt in Kapitalschutz-Produkten bei sinkenden Kursen des Basiswertes der Obligationencharakter zu. Dadurch sinkt im Vergleich zu den Renditeoptimierungs-Produkten die Risikokennzahl bei Kapitalschutz-Produkten tendenziell, wie dies beispielsweise im März 2011 zu beobachten war.

Praxistest bestanden

Die vier Produktkategorien haben sich über das letzte Jahr den Erwartungen des SVSP entsprechend in die VaR-Intervallgrenzen respektive in die entsprechenden Risikoklassen eingegliedert. Kapitalschutz-Produkte lagen im Mittel zwischen Risikoklasse zwei (Obligationen) und drei (Gemischtes Portfolio / Obligationen, Aktien), Renditeoptimierungs-Produkte bewegen sich momentan am oberen Ende der Bandbreite zwischen drei und vier (Bluechip-Aktien), Partizipations-Produkte am unteren Ende der Bandbreite zwischen vier und fünf und HebelProdukte konstant am oberen Ende zwischen fünf und sechs (Optionen). Zudem zeigt sich vor allem auch bei den Renditeoptimierungs-Produkten eine deutliche Variabilität innerhalb der Risikoklassen, welche die unterschiedlichen Marktrisiken der einzelnen Produkte korrekt spiegelt. Aus Sicht des SVSP hat sich die angewendete Berechnungsmethodik rückblickend vollumfänglich bewährt. Anpassungen sind keine notwendig.

 

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