18.02.2009

Begrenzung des Emittentenrisikos bei Strukturierten Produkten mittels Pfandbesicherung

Scoach Schweiz AG und der Schweizerische Verband für Strukturierte Produkte SVSP präsentierten an einem gemeinsam organisierten Medienanlass wesentliche Neuerungen für Strukturierte Produkte in der Schweiz: dazu zählt die Pfandbesicherung Strukturierter Produkte ebenso wie die Ausarbeitung einer Risikoklassifizierung und die Integration des schweizerischen Kategorisierungssystems in Europa.

Auf Initiative von Scoach Schweiz und des Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte SVSP wurde eine innovative Dienstleistung zur Minimierung des Emittentenrisikos mittels Pfandbesicherung entwickelt. Die neue Dienstleistung wird durch die SIX Swiss Exchange AG angeboten und beruht auf der bewährten Securities Lending Infrastruktur der SIX SIS AG und Eurex Zürich AG. Die Pfandbesicherung funktioniert über einen ausgeklügelten Besicherungsmechanismus, welcher eine vom Emittenten unabhängige, neutrale Bewertung des jeweiligen Strukturierten Produkts berücksichtigt. Die Einführung ist auf den Beginn des zweiten Quartals 2009 geplant.

Pfandbesicherung durch Hinterlegung liquider Wertschriften Aus rechtlicher Sicht sind Strukturierte Produkte so genannte Inhaberschuldverschreibungen; deshalb trägt der Anleger in Strukturierten Produkten ein Ausfallrisiko, das von der Bonität des Emittenten abhängt. Dieses Emittenten-Ausfallrisiko lässt sich durch die neue Pfandbesicherung in Zukunft stark einschränken. Dazu werden vom Emittenten liquide Wertschriften als Sicherheiten bei der SIX Swiss Exchange hinterlegt. Die mit einem Strukturierten Produkt verbundenen Marktrisiken werden durch die Besicherung nicht beeinflusst und verbleiben vollumfänglich beim Anleger.

Die Möglichkeit zur Pfandbesicherung wird ausschliesslich für Strukturierte Produkte angeboten, welche an der SIX Swiss Exchange kotiert und über Scoach gehandelt werden. Die Berechnung der Pfandbesicherung richtet sich nach der Natur eines Strukturierten Produktes. Sie wird für jedes Strukturierte Produkt einzeln festgelegt und bleibt während der Laufzeit des Produktes unverändert. Je nach Kursverlauf hat der Emittent Sicherheiten im entsprechenden Umfang nachzuliefern. Falls ein Emittent seiner Verpflichtung zur Pfandbesicherung zum jeweiligen aktuellen Marktwert der Strukturierten Produkte nicht mehr nachkommen kann, dienen die hinterlegten Werte als Pfandsicherheit zugunsten der betroffenen Anleger. «Mit dieser innovativen Pfandbesicherung schaffen wir zusammen mit Scoach Schweiz und SVSP einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Marktes für Strukturierte Produkte in der Schweiz», meint Christoph Bigger, CEO SIX Swiss Exchange.

Grössere Transparenz dank Risikoklassifizierung Der SVSP wird noch im ersten Halbjahr 2009 eine umfassende und dennoch einfach praktikable Risikoklassifizierung einführen. Die neue Risikoklassifizierung soll künftig auf dem Depotauszug aufgeführt werden können und in der Vermögensberatung Einzug halten. «Mit der Risikoklassifizierung für Strukturierte Produkte kann der SVSP eines seiner wichtigen Ziele umsetzen. Investoren erhalten damit die Möglichkeit, die Vorteile Strukturierter Produkte noch besser für sich zu nutzen», sagt Roger Studer, Präsident SVSP.

Europäisches Kategorisierungsmodell Der europäische Branchenverband – er firmiert neu unter der Bezeichnung EUSIPA (European Structured Investment Products Association) – hat beschlossen, wesentliche Teile des SVSP-Klassifizierungsmodells zu übernehmen. «Dies ist ein grosser Erfolg für uns, kann sich dadurch doch ein einheitliches Kategorisierungs-Schema europaweit als Standard durchsetzen», freut sich Eric Wasescha, Geschäftsführer SVSP. Das Modell berücksichtigt die wichtigsten Anforderungen aller EUSIPA Mitglieder, indem es zum einen eine neue, übergeordnete Unterscheidung zwischen Anlageprodukten und Hebelprodukten vornimmt und zum anderen die Subkategorien aufgrund des Auszahlungsprofils eines Produktes einordnet.

SVSP News abonnieren